Kulturveranstaltungen im Willy-Brandt-Haus

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. bietet ein vielseitiges und anspruchsvolles Kulturprogramm mit Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerten im Willy-Brandt-Haus.

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Rudolf Holtappel

Übersicht über das Werk des Fotografen

Anlässlich des 90. Geburtstages von Rudolf Holtappel zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus in Berlin eine Übersicht über das Werk des Fotografen. Holtappel wurde 1923 in Münster geboren, wuchs in Duisburg auf und lebt seit 1960 in Oberhausen.

Rudolf Holtappel, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus in Berlin, Ausstellung

Auch wenn er in seiner Berufstätigkeit als freier Bildjournalist weltweit in den verschiedensten Aufgabengebieten tätig war, blieb er dem Ruhrgebiet immer in besonderer Weise verbunden, als fotografierend teilnehmender Beobachter und liebevoll-kritischer Chronist.

In seinen Fotografien sind Zechentürme, qualmende Kokereien und imposante Stahlwerke ebenso gegenwärtig wie Arbeitersiedlungen, Schrebergärten oder lange Leinen mit frischer Wäsche, und doch findet Holtappel immer ein überraschendes Detail, eine eigenwillige Handlung oder einen ungewohnten Blickwinkel, wodurch jede seiner Fotografien zu einem Dokument individuell gestalteten Lebens wird. Die Sorgfalt, die Holtappel auch den abseitigen, kritikwürdigen oder ärmlichen Motiven widmet, geht einher mit einem selbstverständlich verinnerlichten Respekt für die Menschen, die diese Region so besonders machen. Das Land und die Leute, untrennbar aufeinander bezogen und stets in Bewegung, davon handeln die meisten seiner Fotografien.

Erzählerische Zusammenhänge und ihre Zuspitzung in ausdrucksstarken Momenten kommen auch bei seinen Langzeitprojekten von Menschen in der Arbeitswelt und Menschen im Warenhaus vor. Letztere Werkgruppe entstand über Jahrzehnte in ganz Deutschland, von der Phase rasant wachsenden Wohlstands in den 1960er Jahren bis zum Ende der großen Konsumtempel seit den 1990ern. Holtappel geht es hier weder um eine Bebilderung der Warenästhetik noch um eine Kritik am Konsum, sondern um das konkrete Erleben einzelner Menschen und um ihre Reaktionen auf eine betörende Umgebung: verführt vom schönen Schein, überwältigt vom immensen Angebot, eifrig auf der Suche nach dem Besonderen, ermüdet von der Hektik, ratlos angesichts der Vielfalt und enttäuscht, wenn das Ersehnte am Ende doch unerreichbar bleibt. Holtappel erfasst in seinen Bildern alle Facetten des Erlebens und alle mehr oder weniger beherrschten Emotionen, denn er versteht das Warenhaus als eine einzigartige Bühne, auf der sich exemplarisch die kleinen und die großen Dramen des Alltags ereignen.

Der offene und neugierige Blick auf den Alltag, auf das Besondere im nur scheinbar immer Gleichen, eint die verschiedenen Bereiche in Holtappels Werk. Ob im Stahlwerk oder im Supermarkt, auf dem Sportplatz oder im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder in der Kneipe, auf der Demo oder im Schrebergarten, stets stehen die Menschen im Mittelpunkt seiner Bilder. Und dass ihr Alltag nichts anderes ist als das Leben selbst, genau das machen Holtappels Fotografien immer wieder bewusst.

Weitere Informationen


Ausstellung
vom 10. bis 24. April 2013

Eröffnung
am Dienstag, den 9. April 2013
um 19:30 Uhr
Eintritt frei | Ausweis erforderlich
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr

Begrüßung
Gisela Kayser
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Der Fotograf Rudolf Holtappel ist anwesend.