Kein Ereignis der Nachkriegszeit traf Linken und Grünen in der Bundesrepublik Deutschland so unvorbereitet wie die Wiedervereinigung, behaupten Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker in ihrem neuen Buch.
Dabei wird häufig vergessen, dass Rudi Dutschke, die charismatische Führungspersönlichkeit des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS), leidenschaftlich für eine Wiedervereinigung eintrat. Diskutiert werden auch verdrängte oder unbekannte Zusammenhänge im Verhältnis zwischen der deutschen Studentenbewegung und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Mutmaßungen über eine Fernsteuerung des SDS durch Stasi-Agenten seien offensichtlich falsch, genauso wie Vermutungen über ideologische Gemeinsamkeiten zwischen den Studenten und dem DDR-Sozialismus.
Diskutiert wird unter anderem über die These der Autoren, dass die Kontakte der SPD-Führung zur DDR enger und besser gewesen seien als jene der aus der SPD ausgeschlossenen linken SDS-ler zu den Staatssozialisten im Osten.
Das Buch
Im Klartext Verlag erschienen:
Tilman P. Fichter, Siegward Lönnendonker
"Dutschkes Deutschland. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links"
ISBN 978-3-8375-0693-8, 19,95 Euro
Lesung und Diskussion
Donnerstag 26. Januar 2012, 19:30 Uhr,
Eintritt frei, Personalausweis erforderlich
Begrüßung
Wolfgang Thierse, Kulturforum der Sozialdemokratie
Grußwort
Ludger Claßen, Klartext Verlag
Lesung
Hermann Treusch, Schauspieler
Podiumsdiskussion
Peter Brandt, Historiker
Tilman Fichter, Politikwissenschaftler
Siegward Lönnendonker, Soziologe
Siegfried Heimann, Historiker
Ulrich Schacht, Schriftsteller
Moderation
Helge Buttkereit, Freier Autor
Veranstalter
Klartext Verlag, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., Kulturforum der Sozialdemokratie, Historische Kommission der Berliner SPD
Technische Unterstützung
Verwaltungsgesellschaft Bürohaus Berlin mbH