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Das Willy-Brandt-Haus

Das Willy-Brandt-Haus ist aber keine Parteiburg, sondern ein offenes Haus. Transparenz bestimmt nicht nur die Architektur des Gebäudes, sondern auch seine Atmosphäre. Es ist zugleich Parteizentrale, Büro- und Geschäftsgebäude sowie Kultur- und Kommunikationszentrum.

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Parteizentralen im Spiegel der Geschichte

Nicht nur die Sozialdemokratie an sich, sondern auch die Parteizentralen haben eine bewegte Vergangenheit: Der SPD-Vorstand ist seit den Anfängen, Ende des 19. Jahrhunderts, häufig umgezogen - und das nicht immer freiwillig.

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts: wechselnde Adressen

In ihren Anfangsjahren besaß die Sozialdemokratie noch keine "Parteizentrale" - die politischen Restriktionen und die geringen finanziellen Mittel ließen es nicht zu. Der Sitz der Gründerparteien war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr als eine Adresse und zudem auf ständiger Wanderschaft.

1890: Katzbachstraße 9 in Berlin

Erst 1890 konnten die Sozialisten mit ihrem in Halle gewählten Vorstand über einen neuen Sitz der Partei beraten. Sie entschieden sich für Berlin, für die Wohnung ihres Sekretärs und Reichstagsabgeordneten Ignaz Auer in der Katzbachstraße 9.

1900: Kreuzbergstraße 30 in Berlin

Die Partei gewann an Stärke und Größe, so dass der Parteivorstand im März 1900 in die Kreuzbergstraße 30 ausweichen musste.

1905: Lindenstraße 69 in Berlin

Spendenaufrufe brachten der Partei das nötige Geld, um 1905 mit dem Vorstand und dem Zentralorgan "Vorwärts" in ein neues Gebäude in der Lindenstraße 69 ziehen zu können.

1906: Lindenstraße 3 in Berlin

Von 1906 bis 1925 wuchs rund um die Lindenstraße 3 ein Gebäudekomplex heran, der dem Namen "Parteizentrale" nun wirklich gerecht wurde. Auf 27.000 Quadratmetern waren unter anderem der Parteivorstand, eine Druckerei und die Parteischule untergebracht.

1933-1945: Exil in Prag, Paris und London

1933 ließen die Nationalsozialisten die Gebäude von der SA und SS besetzen und der SPD-Vorstand emigrierte zunächst nach Prag, 1938 nach Paris und zwei Jahre später nach London.

1945: Odeonstraße in Hannover und Behrenstraße in Berlin

Nach dem 2. Weltkrieg begann der Wiederaufbau der SPD - in der sowjetisch besetzten Zone wie auch in den Westzonen. Während Kurt Schumacher die Neuorganisation der Partei von seinem Büro in Hannover aus leitete, behauptete Otto Grotewohl seinen Führungsanspruch für ganz Deutschland in der Berliner Behrenstraße.

1950: "Baracke" in Bonn

1950 zog die Parteispitze in die Bundeshauptstadt Bonn, wo sie an der Ecke Friedrich-Ebert-Allee / Dottendorfer Straße die berühmte "Baracke" hochziehen ließ, einen Flachbau aus Holz- und Plattenbauweise.

1975: "Erich-Ollenhauer-Haus" in Bonn

Im flapsigen Partei- und Journalistenjargon blieb dann auch das "Erich-Ollenhauer-Haus" in Bonn, das die SPD 1975 bezog, weiterhin "die Baracke".

1992: Entscheidung für Berlin

Die SPD war von den Bonner Parteien die erste, die konsequent auf die neue und alte Hauptstadt setzte: 1992 entschied der Parteivorstand, in Berlin-Kreuzberg, unweit der historischen Parteisitze, das Eckgrundstück Wilhelmstraße/Stresemannstraße zu kaufen.

1993: Errichtung des "Willy-Brandt-Hauses" in Berlin-Kreuzberg

Im November 1993 wurde der Grundstein gelegt, im Dezember des folgenden Jahres Richtfest gefeiert.

1996: Einweihung der neuen Parteizentrale

Am 10. Mai 1996 weihten Parteivorsitzender Oskar Lafontaine und Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier mit vielen Tausend Gästen das "Willy-Brandt-Haus" ein.