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Eröffnung der Ausstellung und Lange Filmnacht am Donnerstag,
den 4. Februar 2016, um 19.00 Uhr

Begrüßung
Gisela Kayser
, Geschäftsführerin  Freundeskreis Willy-Brandt-Haus 

Rede
Volker Schlöndorff
, Regisseur
Hanns-Peter Frentz, Leiter bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte
Valentin Bontjes van Beek, Sohn von Digne M.  Marcovicz
Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs der Stiftung  Deutsche Kinemathek

Parallel wird die Ausstellung Papas Kino ist tot eröffnet.

Lange Filmnacht ab 21.00 Uhr

Der ewige Augenblick

Fotografien und Filme von Digne M. Marcovicz

Schauspielerin Hanna Schygulla, 1971 © bpk/Digne Meller Marcovicz
Schauspielerin Hanna Schygulla, 1971 © bpk/Digne Meller Marcovicz

Zwei Jahrzehnte prägte Digne M. Marcovicz (1934-2014) als Pressefotografin des Magazins Der Spiegel den Blick auf das kulturelle Leben der Bundesrepublik. In den 1960er bis 1980er Jahren porträtierte sie u.a. Ernst Bloch mit Rudi Dutschke im Gespräch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Gerhard Richter. Zur Filmszene hatte sie einen besonderen Draht und fotografierte hinter den Kulis-sen u.a. Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Hanna Schygulla.

Marcovicz wollte den wahren Moment herausfinden, der einen Menschen oder ein Ereignis charakte-risiert. Dabei legte sie wenig Wert auf Ästhetik um ihrer selbst willen. Ihre Bilder sollten immer Ge-schichten transportieren. So lag es nahe, dass sie seit den 1980ern auch als Dokumentarfilmerin für eigene Projekte arbeitete. Daneben schuf sie anspruchsvolle Bücher wie eine mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnete Publikation über den Holo-caust. Mit ihrer geistigen Intensität bei der Arbeit, der Beharrlichkeit im Verfolgen von Projekten, der handwerklichen Souveränität und Ihrem menschlichen Gespür für Personen schuf sie ein Werk, das mehr bietet als eine Ablichtung von Momenten der Zeitgeschichte.

Digne Meller Markovicz stammte aus einer angesehenen Berliner Familie. Ihre Mutter Rahel-Maria Bontjes van Beek, geb. Weissbach, war eine für die damalige Zeit emanzipierte Frau, die bis 1935 erfolgreich als Innenarchitektin in Deutschland ihr Geld verdiente, bis die Nürnberger Rassegesetze ihr dies als Jüdin untersagten. Ihr Vater Jan Bontjes van Beek und ihre Halbschwester Cato wurden 1942 wegen ihrer Verbindung zum Widerstand („Rote Kapelle“) verhaftet und Cato in Plötzensee hin-gerichtet.

Digne M. Marcovicz studierte in München Fotografie. Seit 1961 arbeitete sie als freiberufliche Fotore-porterin und Journalistin für Zeitungen und Verlage. Von 1964 bis 1985 war sie „feste freie“ Foto-Journalistin beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie war Filmemacherin und Autorin.

Der ewige Augenblick nannte Digne M. Marcovicz ihr Buch, für das sie 2012 ihre Lieblingsbilder eines halben Jahrhunderts aus dem eigenen Archiv zusammentrug. Eine Auswahl ist in der Ausstellung zu sehen sowie einige ihrer Dokumentarfilme.

Ausstellung vom 5. Februar bis 11. März 2016
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich

edition text+kritik, Wolfgang Jacobsen (Hg.): Digne M. Marcovicz, Der ewige Augenblick, Filmkünstler und Schriftsteller im Bild, 2012, 109 S., s/w Abb., € 29,80 ISBN 978-3-86916-176-1

Weitere Bilder:

Andy Warhol (1928-1987) und Jane Forth, 1971 © bpk/Digne Meller Marcovicz
Andy Warhol (1928-1987) und Jane Forth, 1971 © bpk/Digne Meller Marcovicz
Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), 1969 © bpk/Digne Meller Marcovicz
Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), 1969 © bpk/Digne Meller Marcovicz