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Eröffnung am Donnerstag, den 19. Oktober 2017, um 19.30 Uhr

Begrüßung

Gisela Kayser Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Reden Dr. Barbara Hendricks
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Dr. Helmut Burtscher-Schaden
Biochemiker und Autor des Buches Die Akte Glyphosat

Peter-Matthias Gaede
Journalist, im Gespräch mit dem Fotografen Pablo E. Piovano

Filmdokumentationen
The Human Cost, Argentinien 2015, 12 min, OmU (engl), Dokumentation von Pablo E. Piovano

Fabián Tomasi – The shadow of success
Argentinien 2017, 12 min, OmU (engl), Dokumentation von Pablo E. Piovano

GMO OMG, USA 2013, 90 min, OmU,
Dokumentation von Jeremy Seifert (Ein junger Vater stellt Fragen zur Krise der gentechnisch veränderten Landwirtschaft)

Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen.

Ausstellung vom 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018
Eröffnung am Donnerstag, den 19. Oktober 2017, um 19.30 Uhr

Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen. Fotografien von Pablo E. Piovano
Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen. Fotografien von Pablo E. Piovano

Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen. mit Fotografien von Pablo E. Piovano. Der Fotograf dokumentiert die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen auf die Menschen und ihre Umwelt.

Die Menschheit nimmt unfreiwillig an einem der größten Experimente weltweit teil. Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt. Es ist allgegenwärtig in der Nahrungskette. Vor allem durch den Import von gentechnisch veränderten Glyphosat-resistenten Futtermitteln u.a. aus Argentinien gelangt es in den menschlichen Organismus. Über eine Million Menschen in der EU unterschrieben bereits die Petition gegen die EU-Neuzulassung einer Chemikalie, die mit Krebs, Geburtsdefekten und Fortpflanzungsschäden im Zusammenhang steht. Es geht um den Schutz der Gesundheit der Menschheit und um ihr Überleben.

1996 genehmigte die argentinische Regierung den Anbau transgener Sojabohnen und den Einsatz von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierten Nutzpflanzen, wobei sie sich ausschließlich auf herstellerinternen Studien der Firma Monsanto verließ. Nach fast zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landesbevölkerung direkt oder indirekt von Glyphosat-Spritzmitteln betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden.

Hunderte wissenschaftlicher Studien und medizinischer Untersuchungen bestätigen die tödlichen Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels: Die Krebsrate bei Kindern hat sich verdreifacht, die Häufigkeit von Fehlgeburten und Geburtsschäden mit ungeklärter Ursache ist dramatisch angestiegen. Atemwegs- und Hautkrankheiten, geistige Behinderungen sind nur einige der nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkungen auf die Menschen, die im Bereich der Spritzmittel leben. Trotz dieser unbequemen Wahrheit hat es bisher keinerlei systematische Information von offizieller Seite gegeben.

Pablo Ernesto Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires, Argentinien und arbeitet als Fotograf für die Zeitung Página/12. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. beim Festival Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Awards, den internationalen Fotojournalismus-Preises von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.

Im Kehrer Verlag erscheint der Katalog zur Ausstellung: Pablo E. Piovano, The Human Cost of Agrotoxins / El Costo Humano de los Agrotóxicos, 144 Seiten, ISBN 978-3-86828-767-7

Parallel wird die Ausstellung Der Skandal Minamata 1971-73. Fotografien von W. Eugene Smith. gezeigt.

Terminanfragen unter mailfreundeskreis-wbhde

Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich
Schließtage: 31.10.2017 / 24. bis 26.12.2017 / 31.12.2017 / 1.1.2018