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Eröffnung der Ausstellung und Lange Filmnacht am Donnerstag,
den 4. Februar 2016, um 19.00 Uhr

Begrüßung
Gisela Kayser
, Geschäftsführerin  Freundeskreis Willy-Brandt-Haus 

Rede
Volker Schlöndorff
, Regisseur
Hanns-Peter Frentz, Leiter bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte
Valentin Bontjes van Beek, Sohn von Digne M.  Marcovicz
Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs der Stiftung  Deutsche Kinemathek

Parallel wird die Ausstellung Der ewige Augenblick – Fotografien und Filme von Digne M. Marcovicz eröffnet.

Lange Filmnacht ab 21.00 Uhr

Papas Kino ist tot

Filme von Hansjürgen Pohland und unveröffentlichte
Fotografien von Will McBride, Michael Marton, Jean-Gil Chodziesner-Bonne

Lars Brandt, Film Still 'Katz und Maus' 1967 ©Jean-Gil Chodziesner-Bonne / Modern Art Film Archiv
Lars Brandt, Film Still 'Katz und Maus' 1967 ©Jean-Gil Chodziesner-Bonne / Modern Art Film Archiv

Hansjürgen Pohland, wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films, wagte mit der Satire Katz und Maus ein viel diskutiertes filmisches Experiment zu wichtigen politischen Fragen. Eines der kontrover-sesten deutschen Werke der Nachkriegszeit. Die Günter-Grass-Verfilmung, 1967 gedreht, erzählt die Geschichte einer Gruppe vom Militär faszinierter Schüler in Danzig während des Zweiten Weltkriegs. Die Hauptfigur Mahlke wird von Lars und Peter Brandt gespielt, den Söhnen des damaligen Außenmi-nisters und Vizekanzlers Willy Brandt.

Im Nachlass des 2014 verstorbenen Berliner Filmemachers Hansjürgen Pohland offenbaren sich erstaunliche Entdeckungen. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Willy-Brandt-Haus stehen 80 bislang unveröffentlichte Fotografien von Will McBride, Michael Marton und Jean-Gil Chodziesner-Bonne. Alle in den 1960er Jahren während der Produktion der Spielfilme Katz und Maus, Tobby und Das Brot der frühen Jahre entstanden, lagerten die Fotografien mehr als 50 Jahre in Kellern und Archiven. Erstmals sind zu sehen Produktionsunterlagen, Drehbuchfragmente, Korrespondenzen und Kritiken, sowie eine kleine Auswahl an Filmplakaten und Interviews. Dazu wird eine Auswahl an Filmen präsen-tiert, z.B. der Kurzfilm Schatten, der zum 50. Jubiläum des Oberhausener Manifests an einigen Goe-the-Instituten oder auch im MOMA in New York gezeigt wurde.

1934 in Berlin geboren, gründet Hansjürgen Pohland mit 21 Jahren seine erste Produktionsgesell-schaft Pohland Film, später Modern Art Film. In den ersten sechs Jahren entstehen mehr als 30 Kurz-filme, darunter einige, die auf internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet werden. Zusammen mit Alexander Kluge, Edgar Reitz, Wolf Wirth, Harro Senft und anderen, nutzt er 1962 die Öffentlich-keit des Oberhausener Kurzfilmfestivals, um ein Manifest unter dem Titel Papas Kino ist tot zu ver-künden. Sie fordern einen Bruch mit den bestehenden Produktionsverhältnissen und verlangen Be-dingungen, die der herrschenden Lethargie ein Ende bereiten und den Neuen Deutschen Film ermög-lichen sollen. 1963 gründet Pohland mit Ulrich Gregor, Friedrich Luft und anderen Die Freunde der Deutsche Kinemathek. Als 1965 die Filmförderung als Folge von Oberhausen ins Leben gerufen wird, gehört sein Film Katz und Maus zu den ersten geförderten Projekten.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Mareike Palmeira in Zusammenarbeit mit Britta Pohland-Braun und Gisela Kayser, unterstützt von Cristina Piza, sowie Martin Koerber von der Stiftung Deutschen Kinemathek.

Ausstellung vom 5. Februar bis 11. März 2016
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich