© Beat Presser, Michael Verhoeven, 2014
© Beat Presser, HANNA SCHYGULLA Portrait

Aufbruch und Umbruch

Eine Hommage an den Neuen Deutschen Film mit Fotografien von Beat Presser.

Eröffnung am Donnerstag, 13. Februar 2020, um 19.30 Uhr
Eintritt frei | Ausweis erforderlich

Reden
Gisela Kayser, FkWBH
Prof. Dr. Jutta Brückner, Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin
Wolfgang Kohlhaase, Drehbuchautor und Regisseur
Die Fotografen Beat Presser und Michael Weidt sind anwesend.

Parallel wird die Ausstellung Erzähl mir, Augenblick – Schauspielerporträts von Michael Weidt und Filmpla-kate aus der DDR eröffnet.

Die deutsche Filmgeschichte ist geprägt von Aufbrüchen und Umbrüchen. Und sie begann in Berlin. Am 1. November 1895 zeigen die Brüder Skladanowsky im Wintergartenpalast an der Friedrichstrasse ihre ersten Filme. In der Folge wurden in Deutschland bedeutende und einzigartige Filmklassiker produziert. In den zwanziger und dreißiger Jahren sind viele der besten deutschen und innovativsten Regisseure und Filmtechniker aus politischen Gründen, oder dem Ruf der unbegrenzten Möglichkeiten folgend, nach Hollywood aufgebrochen. Anfang der dreißiger Jahre übernahmen die Nationalsozialisten die Macht und der Film wurde für Propagandazwecke missbraucht. Ein radikaler Umbruch.

Viele der 56 von dem Schweizer Fotografen Beat Presser portraitierten und interviewten Protagonisten, die ab dem 14. Februar 2020 im Willy Brandt Haus zu sehen sind, wurden in die Zeit des Zweiten Weltkrieges hineingeboren. Sie erlebten den Schrecken des Krieges als Kinder und die Erlebnisse haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Die Nachkriegsfilme, die sie mit ihren Eltern im Kino zu sehen bekamen waren die sog. Heimatfilme, geprägt von der Sehnsucht nach einer heilen Welt mit romantischen Liebesgeschichten, unberührten Landschaften und dergleichen. Filme, die nicht zur Aufarbeitung der Kriegstraumata dienten, aber die Kassen füllten und das Publikum zu Millionen in die Kinos lockten.

Mit dem Oberhausener Manifest kam 1962 der große Aufbruch, der zu einem Neubeginn führte: 26 Filmemacher proklamierten „Der alte Film ist tot, wir glauben an den neuen“. Damit begann die Ära des Neuen Deutschen Films. Mit kritischem Bewusstsein, flexiblen Produktionsmethoden und neuen Darstellerinnen und Darstellern brachen die jungen Filmemacher zu neuen Ufern auf, provozierten andere Denkweisen und revolutionierten die gängige deutsche Filmproduktion.

Beat Presser hat sich neun Jahre intensiv mit dem Thema befasst und ein film- und zeithistorisches Dokument geschaffen. Er hat nicht nur die Regisseure und die Darsteller portraitiert und interviewt, er lässt auch Kameraleute, Ausstatter, Bühnenbildner, Kostümbildner, Drehbuchautoren, Filmkritiker, Produzenten von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen erzählen. All jene sind zu sehen und kommen zu Wort, die maßgeblich am Entstehen des Neuen Deutschen Filmes mitarbeiteten.
Eine Ausstellung mit Fotografien, Kurzfilmen, Zitaten, Kurzbiografien, Filmausschnitten, Filmplakaten.

Bücher zur Ausstellung: Vor der Klappe ist Chaos, Beat Presser, Verlag Zweitausendeins, 2020, ISBN 9783963180545, 49,90 €
Aufbruch ins Jetzt – Der Neue Deutsche Film, edition achsensprung, 2019, ISBN 9783033073173, 25 €

Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. Geschäftsführerin, Künstlerische Leiterin Gisela Kayser | T 030 25 99 37 85
Presseinformationen Ela Papen | T 030 25 99 37 87 | F 030 25 99 37 88
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