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Reden

Gisela Kayser

Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Grußwort: Dietmar Nietan MdB, Schatzmeister der SPD, Vorsitzender Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

anschließend Filmvorführung
David, Drama, Deutschland 1979, 122 min, Farbe

und Gespräch mit
Peter Lilienthal, Regisseur

Filmabend DAVID. Anlässlich des Holocaust Gedenktages.

Am Montag, den 27. Januar 2020, um 19.00 Uhr.

Filmabend DAVID. Anlässlich des Holocaust Gedenktages.
Filmabend DAVID. Anlässlich des Holocaust Gedenktages.

Peter Lilienthal war eine Schlüsselfigur des Neuen Deutschen Films. 1979 gewann er mit seinem Film DAVID den Goldenen Bären der Berlinale. Der Film basiert auf Joel Königs autobiografischen Aufzeichnungen „Den Netzen entkommen" und fragt nach dem Ursprung von Vorurteilen und Hass. Ein leiser, nachdenklicher Film mit einer großartigen Schauspielerriege, darunter Eva Mattes, Gustav Rudolf Sellner und Valter Taub. Gedreht wurde der Film 1978 in Berlin und in der damaligen DDR.

David ist 18 Jahre alt und Jude. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. Am Tag nach dem Reichsprogrom wird sein Vater verhaftet, misshandelt und eingesperrt. Noch glaubt die Familie glimpflich davon zu kommen, doch dann werden Davids Eltern deportiert. Nun fürchtet auch er um sein Leben und taucht unter. In ständiger Angst vor Entdeckung sucht David verzweifelt einen Weg, um aus Deutschland zu fliehen.

„Das cineastische Werk Peter Lilienthals zeichnet sich durch eine besondere, fast nicht definierbare Größe aus. Er nähert sich der Welt seiner Charaktere auf Zehenspitzen und mit einer Schweigsamkeit, als wolle er sie mit seiner Anwesenheit nicht verletzen. Als Protagonisten wählt er keine großen Helden der Geschichte, sondern verträumte oder von Schicksalsschlägen der Realität heimgesuchte Personen.

Lilienthal hat ein ganz spezielle Sichtweise, die es ihm erlaubt, gleichzeitig die festgefahrenen Ecken der Gesellschaft und die rebellische Berufung der vielen kleinen Dichter auszumachen, die zu tapfer sind, als dass sie sich von der Mittelmäßigkeit unterkriegen lassen würden.“ Skármeta, Antonio: Rede des Botschafters von Chile in Deutschland anlässlich der Verleihung des Ordens Bernardo O`Higgins an Peter Lilienthal. Berlin 2001. In: Töteberg, Michael: Peter Lilienthal. Befragung eines Nomaden. Verlag der Autoren Frankfurt/Main 2001

Peter Lilienthal (* 1929 in Berlin) lebt in München.

Der Filmabend ist der Auftakt zu den Fotoausstellungen anlässlich der Berlinale: Aufbruch und Umbruch – Eine Hommage an den Neuen Deutschen Film mit Fotografien von Beat Presser und Erzähl mir, Augenblick – Schauspielerporträts von Michael Weidt und Filmplakate aus der DDR Eröffnung am 13. Februar 2020 um 19.30 Uhr, Ausstellung vom 14. Februar bis 22. März 2020.

Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich Schließtage: 24.-26.12. / 31.12.2019 / 1.01.2020
 
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