Kulturveranstaltungen im Willy-Brandt-Haus

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. bietet ein vielseitiges und anspruchsvolles Kulturprogramm mit Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerten im Willy-Brandt-Haus.

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Die Kinder vom Bullenhuser Damm

Ausstellung vom 25. Januar bis 15. Februar 2019
© Walter Jungleib, 1942 © privat

© Walter Jungleib, 1942 © privat

Ein Ausstellungs- & Filmabend zum Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz. Am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19.30 Uhr.

Die Ausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ erzählt die Geschichte von zwanzig jüdischen Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren, die 1944 aus dem Konzentrationslager Auschwitz nach Hamburg in das KZ Neuengamme deportiert und für medizinische Experimente missbraucht wurden. Zur Vertuschung der Versuche brachte die SS die Kinder kurz vor Kriegsende in die, als KZ-Außenlager genutzte Schule am Bullenhuser Damm, und erhängte sie im Heizungsraum.

1979 machte der Journalist Günther Schwarberg die Geschichte durch eine Artikelserie im Magazin stern bekannt. Durch seine Recherchen fand er Angehörige der ermordeten Kinder, mit denen er die Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm und 1980 die Gedenkstätte Bullenhuser Damm gründete. Die Vereinigung organisiert seit 1979 die jährliche Gedenkfeier am 20. April und hält den Kontakt zu den Angehörigen weltweit.

Bislang waren die Lebensgeschichten von 15 Kindern bekannt oder zumindest ihre Nachnamen.
lm Jahr 2015, 70 Jahre nach der Ermordung und dem Ende des 2. Weltkrieges, konnte auch der 12jährige Junge, Walter Jungleib, identifiziert werden. Seine Schwester Grete überlebte als Jugendliche die Shoa und lebt heute nahe Tel Aviv. 2016 ist sie zum ersten Mal nach Deutschland gereist und hat die Gedenkfeier und den Todesort ihres Bruders besucht.

Neben der historischen Geschichte erzählt die Ausstellung von der jährlichen Gedenkfeier, von den Angehörigen der Kinder, die in den USA, Kanada, lsrael, ltalien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Hamburg leben, von dem Jugendprojekt, den Gedanken der Jugendlichen zu dem Thema und endet im heute mit der Frage: Wann fängt Diskriminierung an? 

Dokumentarfilm NACHLASS

Was hinterlässt ein Mensch der nächsten Generation? Der Dokumentarfilm NACHLASS beginnt mit dem Durchschauen von Unterlagen, Koffern, Schränken. Oftmals werden so Erinnerungen wachgerufen. Doch manchmal entstehen auch Fragen. Wie bei dem Mann, der entdecken muss, was ihm vorher nicht klar war: sein Großvater war bei den Nationalsozialisten ein ranghoher Offizier, der die Tötung von vielen Menschen befohlen hat.
Mit viel Einfühlungsvermögen lassen Christoph Hübner und Gabriele Voss ihre Protagonisten sprechen: über die Kindheit und die Ahnungslosigkeit, über Beziehungen zu Vätern, die Mörder waren, oder über den Großvater, der das KZ überlebte, darüber, wie sie von der Schuld der Väter erfuhren und damit umgehen mussten. Der Film baut Brücken zwischen den Kindern und Enkeln von Opfern und Tätern des Nationalsozialismus.

Weitere Informationen


Gisela Kayser
Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus

Nicole Mattern
Vorsitzende Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.

Shelly Kupferberg
Journalistin, im Gespräch mit

Marc-Alain Grumelin
Bruder der ermordeten Geschwister Roman und Eleonora Witonski

21.00 Uhr Filmvorführung NACHLASS
Dokumentarfilm von Christoph Hübner, Gabriele Voss,
D 2018, 108 min